Das Apathiesyndrom der Schizophrenen: Eine by Christoph Mundt

By Christoph Mundt

Das Vorlegen einer weiteren Schizophrenieverlaufsstudie unter einem vor wiegend psychopathalogischen Aspekt bedarf heute einer Rechtfertigung. Die Zahl der in den letzten eineinhalb Jahrzehnten erschienenen Schizo phrenieverlaufsstudien ist gross; sie magazine den Eindruck erwecken, dass neue Ergebnisse nur aus einer verfeinerten Methodik zu erwarten seien, die sich abgrenzbaren Detailfragen zuwendet. Dieser Weg wurde vielfach beschrit ten und hat z. T. zur Ausbildung von Spezialgebieten mit nur noch schwer uberschaubarer Literaturfulle gefuhrt. Als Beispiele seien neben der klini schen Psychopathologie vorwiegend klassifikatorischer Provenienz die "high-risk"-Forschung, die experimentalpsychologische Vulnerabilitatsfor schung, die "life-event"-Forschung, die sozialpsychologische Therapie-und Rehabilitationsforschung und die Ventrikelforschung genannt, zu deren Wertung im Grunde auch die Beurteilung der Demenzforschung an nicht psychotischen Alten berucksichtigt werden musste. Die Vorstellung eines hinsichtlich der Vielzahl der Forschungsansatze synoptischen Vorgehens unter dem Primat der klinischen Psychopatholo gie, wie es hier versucht wurde, ist von der Hoffnung getragen, zu einer ver besserten Integration der Ergebnisse der einzelnen Forschungsbereiche bei zutragen und so zu einem in sich geschlossenen Bild vom schizophrenen Residuum zu kommen. Fur den empirischen Teil der Studie bedeutet dies, dass, hypothesengeleitet, die nach dem Stand der Diskussion am wichtigsten erscheinenden Einflussgrossen auf das Apathiesyndrom der Schizophrenen gemeinsam und am gleichen Patientenkollektiv untersucht werden, damit eine Gewichtung dieser sonst zumeist getrennt voneinander untersuchten Variablen gegeneinander moglich wird. Die zu vermutende Komplexitat der atiopathogenetischen Einflusse auf das Apathiesyndrom der Schizo phrenen zwingt naturlich nach wie vor zu einer erheblichen Reduktion der zu untersuchenden Ber

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Gegenüber der AMDP-Skala besitzt sie den Vorzug, einen geringeren Teil von ftir uns überflüssigen Fragen mitzuschleppen. Ein Ausweichen auf die sehr guten Skalen zur Erfassung der Sozialanpassung, wie etwa die Phillips-Skala (Philipps 1968), hätte den psychopathalogischen Aspekt vernachlässigt. 2 Durchsicht der Akten · Die Durchsicht der Akten galt vorwiegend der Erfassung der Psychopathologie der Ersterkrankung, der Verlaufscharakteristik, der Hospitalisationsdauer und -häufigkeit sowi~ den sozialen Daten.

Es wurden zunächst 4 Scores gebildet, flir Depression bei Ersterkrankung und im Verlauf, und fiir Manie bei Ersterkrankung und im Verlauf. Aus diesen 4 Scores wurden durch Kombination noch der Depressionsgesamtscore, der Maniegesamtscore, der Initialgesamtscore, der Verlaufsgesamtscore und schließlich der Affektivitätsgesamtscore gebildet. Die Auswertung beschränkte sich im wesentlichen auf den Affektivitätsgesamtscore. Es kann kritisch eingewendet werden, daß ein solcher Score nicht faktorenanalytisch abgesichert ist, also nicht gewährleistet, daß die Intervallschritte gleich groß sind.

1978) zu, wie Gedankenausbreitung oder depressive Denkhemmung, während andere, wie Wahn und Halluzinationen, mit relativ großer Sicherheit zu beurteilen waren. Die älteren, vor etwa 1960 ersthospitalisierten Patienten sind bei der Erstaufnahme meist psychopathologisch differenzierter beurteilt als die später Erstaufgenommenen, auch Erbbelastung und Eigenarten der Angehörigen wurden öfters vermerkt; während die Krankengeschichten später mit Zunahme der Durchgangszahlen allgemein kürzer wurden und sich mehr auf die sozialpsychiatrisch und für Therapie und Rehabilitation relevanten Lebensumstände der Probanden bezogen.

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