Der Psychopath: Kriminologische und strafrechtliche Probleme by Wolfgang Kallwass

By Wolfgang Kallwass

Die Schwierigkeiten des Psychopathieproblems liegen in seiner VieWiltig keit: nur wenige Probleme rtihren an so viele grundsatzliche Fragen der Kriminologie und des Strafrechts, nur wenige haben so viele und lang an dauernde Kontroversen hervorgebracht. AIlein die deutschsprachige Lite ratur zu diesem challenge ist heute kaum noch zu tibersehen. In der vor liegenden Arbeit wird versucht, einen Oberblick tiber die wichtigsten Fragen zu gewinnen, die heute in Deutschland im Zusammenhang mit dem Psycho pathieproblem diskutiert werden. AuBerdem soIlen die vorgefundenen Antworten kritisch verglichen werden. Die Arbeit gliedert sich in einen kriminologischen und einen strafrecht lichen Teil. 1m ersten Kapitel des kriminologischen Teils wird die Frage behandelt, ob der in Deutschland verwendete Psychopathiebegriff den heu tigen wissenschaftlichen Anforderungen noch gentigt. Die Untersuchung geht dabei von der mit der Anlage-Umwelt-Problematik verkntipften Definition KURT SCHNEIDERS aus, die die deutschsprachige kriminologische und straf rechtliche Literatur entscheidend beeinfluBt hat. 1m zweiten Kapitel werden die Arbeiten angelsachsischer Autoren tiber den Psychopathiebegriff, insbe sondere tiber die Abgrenzung der Psychopathie von anderen Erscheinungen, dargestellt. AuBerdem wird der von einigen deutschsprachigen Autoren ver tretene Gedanke einer Neuformulierung des Psychopathiebegriffs aufgenom males. 1m dritten Kapitel werden die Beziehungen zwischen Psychopathie und Kriminalitat untersucht.

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A. , cler sechs verschiedene Abwehrmechanismen beschreibt Mangel an Liebesfahigkeit. "Dickfelligkeit" 35 beweisbar im exakten Sinne sind. Selbst wenn sich Tatsachen beibringen lassen, die eine bestimmte Deutung stiitzen, so beruht der Beweis nimt direkt auf diesen Tatsachen, sondern auf einem Verfahren, bei dem zwismen die Deutung und die Tatsamen eine Deutung der Tatsachen eingesmoben wird 157. AuBerdem sind oft verschiedene Deutungen moglich. c) Beschrankung auf das Bewuptsein Die Entwicklung der Dberimforschung und der Gewissenspsychopathologie, die erst in den letzten beiden Jahrzehnten voU in Gang gekommen ist, braucht hier nimt weiter verfolgt zu werden.

TAYLOR, S. 243. 182 183 38 Psychopathie als Kombination bestimmter Eigenschaften rechnet die Schwindler zu den Inadaquaten. Das ist nicht sehr uberzeugend. Gerade der Schwindler ist oft sehr aktiv, und sein ausbeuterisches Verhalten zeigt eine, wenngleich besser vom Ich gesteuerte, Aggressivitat. TAYLOR 166 stellt deshalb die Schwindler als dritte Untergruppe den Aggressiven und Inadaquaten gegeniiber. Fiir diese Korrektur spricht, daB die Schwindler und Hochstapler insoweit eine eigene Problematik entwickeln, als sie ganz besonders - mehr noch als die anderen Psychopathen - von kindlichen GroBenphantasien beherrscht werden und sich oft mit ihrer angenommenen Rolle in solchem MaBe identifizieren, daB sie zwischen ihren Phantasien und der Wirklichkeit am Ende nicht mehr unterscheiden konnen.

Abgrenzungen AuBerdem wird eine Abgrenzung zum Neurotiker, zum ausagierenden Neurotiker und zum normalen Kriminellen unternommen. " Die McCORDS kommen zu dem SchluB, daB "die Psychopathie beinahe die Antithese zur Neurose" sei. Sie meinen, daB man beziiglich der seelischen Empfindlichkeit den Neurotiker als "diinnhautig" und den Psychopath als "dickfellig" bezeichnen konne 125. b) Der ausagierende N eurotiker Die MCCORDS raumen ein, daB der Psychopath zwar grundverschieden vom Durchschnittsneurotiker, aber nicht so leicht vom ausagierenden Neurotiker zu unterscheiden ist: wahrend der Neurotiker seine Gefiihle unterdrlickt, versucht der ausagierende Neurotiker den Konflikt durch antisoziales Verhalten zu 16sen.

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