Im Leben bleiben: Psychosoziale Aspekte der Nachsorge by Prof. Dr. med. Walter Michael Gallmeier, Dr. med. Herbert

By Prof. Dr. med. Walter Michael Gallmeier, Dr. med. Herbert Kappauf (auth.), Dr. rer. nat. Dieter Alt, Dr. med. Georg Weiss (eds.)

"Drei Dinge machen die Medizin: die Krankheit, der Kranke und der Arzt. Alle Heilkunde aber ist vergebens, wenn der Kranke nicht mitwirkt mit seinem Arzt. Der Arzt muß nicht nur selbst bereit sein, das Erforderliche zu tun, sondern auch der Kranke, seine Umgebung und die äußeren Umstände müssen dazu beitragen. " (Hippokrates Aphorismen) Mit diesem Buch wollen wir gemeinsam mit den Autoren ei­ nen Beitrag zum besseren Verständnis der psychosozialen Komponente von Krebserkrankungen, insbesondere bei Frauen mit Brustkrebs, leisten. Häufig beklagen Krebspatienten die Sprachlosigkeit ihrer Umwelt und das Alleingelassensein mit der Angst. Sie empfin­ den, daß im Rahmen der medizinischen Versorgung das Ge­ spräch über ihre Probleme im Umgang mit der Krankheit Krebs zu kurz kommt. Ärzte wiederum sind aufgrund ihrer medizinischen Fach­ ausbildung primär auf die Therapie ausgerichtet und müssen oft erst das Gespräch mit Krebskranken im Verlauf ihrer ärzt­ lichen Tätigkeit erlernen. So ist Krebs auch ein Kommunikationsproblem zwischen den Beteiligten. In dem Bemühen um eine gemeinsame, ganzheitliche Be­ handlung des Krebskranken, in welcher der sufferer eine gleichberechtigte Rolle spielt, haben sich neue Formen der Zusammenarbeit von Patienten und Angehörigen mit Ärzten in Klinik und Praxis, Schwestern, Pflegern und psychosozial arbeitenden Helfern, Psychologen, Sozialarbeitern und Seel­ sorgern entwickelt. Unsere Mithilfe bei der Intensivierung dieser Zusammen­ arbeit aller an der onkologischen Behandlung Beteiligten be­ gann 1985 in Ascona auf dem Monte Verita mit dem Modell "Miteinander reden. Brustkrebskranke Frauen sprechen mit Experten. ".

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Juni/Juli 1998, Frankfurt

Die Spezialgebiete Anästhesiologie, Intensivtherapie, Schmerztherapie und Notfallmedizin haben in den letzten Jahren eine rasante Entwicklung und eine dementsprechend rasche Zunahme an neuen Erkenntnissen erfahren. Es ist daher besonders wichtig, dieses Wissen so schnell und so weit wie möglich zu optimieren.

Glanz und Elend der PR: Zur praktischen Philosophie der Öffentlichkeitsarbeit

Dieser Titel eröffnet die Reihe "Public Relations", herausgegeben von Prof. Dr. Klaus Kocks, Prof. Dr. Klaus Merten und Prof. Dr. Jan Tonnemacher mit einer praktischen Philosophie der PR. Klaus Kocks unternimmt es in 12 Beiträgen, praktische Probleme der Public kinfolk im Licht moderner Kommunikationstheorie und nach querdenkerischen Strukturen zu verorten.

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T. auch der Therapie, das Gefühl sozialen Integriertseins (direkt und indirekt über die Stigmatisierung Krebskranker) und das Gefühl der Voraussagbarkeit und/oder Beeinflußbarkeit der äußeren Entwicklung und Verhältnisse durch die Unvorhersehbarkeit des Krankheitsverlaufes. Zielvorstellungen für die Betreuung Krebskranker Zunächst formulieren wir das Ziel allgemein: Es gilt, auf jeder Stufe des Krankheitsverlaufes die Lebensqualität zu optimieren, d. h. den Kranken zu unterstützen, seine physiologischen und psychologischen Lebenskräfte so zu mobilisieren, daß er die verbliebene Lebenszeit entsprechend seiner Persönlichkeit und seinen Bedürfnissen maximal nutzen kann.

Die Patienten selbst wünschen in ihrer überwiegenden Mehrzahl offene Kommunikation. Nur etwa 5% lehnen ein solches Vorgehen ab. Diesen Kranken werden wir unser Wissen nicht aufdrängen, wir sollten sie jedoch besonders sorgfältig begleiten, weil es sich meist um besonders einsame Patienten handelt, die das Verhältnis von zugelassenem Wissen und verleugnender Abwehr selbst regulieren wollen. Offene Kommunikation entlastet die Patienten, ihre Familienangehörigen und auch uns Ärzte. Die Beziehungen werden entspannter.

Die ständige Auseinandersetzung mit Tod und Sterben kann sowohl für die Patientinnen als auch für deren Angehörige eine unlösbare Aufgabe sein. Hier ist unser Verständnis für die Hintergründe dieses Verhaltens eine Möglichkeit, Konflikte eher zu vermeiden. 50 3. Brustkrebskranke Frauen im Umgang mit Verstümmelung und Tod Eine 24jährige Frau sagte einmal: "Zusehen zu müssen, wie Sie abends Ihren Kittel ausziehen und einfach in Ihr Privatleben gehen, sich Ihrer Familie zuwenden oder Ihrem Freund, macht mich hilflos und ärgerlich.

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